AirPower-Moderator Heinz Prüller: "Bewundere die Piloten"

Heinz Prüller ist packender Erzähler, wandelnde Renn-Enzyklopädie, lebendiges Archiv tausendundeiner Motorsport-Anekdoten - und Live-Moderator der AirPower09. Seiner Leidenschaft für die Fliegerei ließ Österreichs "Mr. Formel 1" bereits im Vorab-Interview freien Lauf.

Herr Prüller, Sie sind Live-Moderator bei der AirPower09. Nur ein Job - oder Ausdruck persönlicher Leidenschaft für den Event?

Wenn man nicht mit Leidenschaft dabei ist, braucht man so etwas gar nicht zu machen. Ich bin froh, zu einer so tollen Veranstaltung wie der AirPower09 einen winzigen Teil beitragen zu dürfen. Und ich habe höchsten Respekt vor den Piloten und ihren Darbietungen, seit ich selber ein paar Einblicke in diese Welt machen durfte ...

Erzählen Sie!

Zum ersten Mal bin ich mit 18, 19 Jahren mit einem Kunstflugpiloten in seiner Bü 131 mitgeflogen und habe erlebt, wie sich Rollenflug, Rückenflug und Messerflug anfühlen. Später bin ich regelmäßig mit Niki Lauda zu seinen GPs geflogen. Gemeinsam mit ihm hatte ich 1975 auch ein besonders aufregendes Flugerlebnis: Auf Einladung des Bundesheers sind wir mit je einem Saab 105 OE mitgeflogen, er mit dem Militärweltmeister, ich mit dem Militärvizeweltmeister. Wir waren mit Bordfunk verbunden und durften auch abwechselnd selbst steuern ...

Die AirPower09 steht im Zeichen von 100 Jahren Flugzeugrennen. Wie nahe ist denn die Verwandtschaft von Motorsport in der Luft und Motorsport auf festem Boden?

Um das zu beurteilen, kenne ich mich im Flugrennsport zu wenig aus. Offensichtlich ist natürlich, dass nur die perfekte Verbindung von Mensch und Fahrzeug beziehungsweise Flugzeug zum Erfolg führt. Und dass die Piloten innerhalb von Tausendstelsekunden präzise Entscheidungen treffen müssen. Darum leben diese Leute auch in einem ganz anderen Tempo als unsereiner. Bei Ayrton Senna, mit dem ich freundschaftlich verbunden war, ist mir das besonders aufgefallen. Aber auch bei vielen Flugpiloten, die ich kennen gelernt habe.

Welche Persönlichkeiten fallen Ihnen da spontan ein?

Zum Beispiel Elly Beinhorn, die Frau von Bernd Rosemeyer, der bei einer Automobil-Weltrekordfahrt mit über 400 km/h verunglückte. Sie überflog als erste Frau an einem Tag drei Kontinente, navigierte ohne Funk und Landkarte von Deutschland nach Südafrika - eine faszinierende Persönlichkeit, die 100 Jahre alt wurde und mit der ich vor ein paar Jahren einen Tag lang plaudern durfte. Oder Chuck Yeager, dem 1946 oder 47 der erste Überschallflug gelang - und das, obwohl er sich am Tag davor bei einem Reitunfall eine Rippe brach. Mit ihm habe ich auch ein sehr interessantes Gespräch führen dürfen.

Ihr Wunsch für die AirPower09?

Schönes Wetter und viele Zuschauer!